Bier wird teurer? Warum?

Wieder habe ich einen Artikel gesehen, dass große Brauereien ihre Preise anheben wollen. Gestiegene Rohstoff- und Energiepreise sowie Personalkosten werden da als Begründung genannt.

Sehr interessant fand ich in diesem Zusammenhang die Aussage von Oliver Bartelt, Sprecher der InBev Gruppe (Becks, Diebels, Hasseröder) an: „Es wird zwar weniger getrunken, aber dafür sind die Leute bereit, mehr Geld auszugeben, um ein Markenerlebnis zu haben. Die Zukunft des Biermarktes liegt im Bereich Premium.“
 
Da schwillt mir der Kamm. Die großen Brauereien haben aktuell ein Imageproblem. Zum einen sagt man einigen von denen nach, dass sie sich bei den Bierpreisen absprechen (das Bundeskartellamt ermittelt). Dann schmecken die sogenannten Fernsehbiere (also die mit der teuren Fernsehwerbung), die sich selbst oft auch als Premiumbiere bezeichnen, immer ähnlicher. Schade finde ich, dass viele dieser Biere in ihrem Leben keine Hopfendolde gesehen haben. Aber ist ja alles Premium. 
 
1. Preisabsprache 
Die hier involvierten Brauereien haben ein Problem mit der Glaubwürdigkeit.  Zwar hat die eine oder andere Brauerei die Absprachen zugegeben, aber um Vertrauen beim Kunden zurückzuerobern, sollten sie nicht an Preiserhöhungen denken. Heute habe ich gehört, dass z. B. Radeberger, Krombacher und Bitburger über höhere Preise nachdenken. 
 
2. Werbung
Ich bin mir sicher, wenn die großen Brauereien ihre Werbehaushalte halbieren, kann die eine oder andere Preiserhöhung vermieden werden. Und Oettinger macht es doch allen vor, dass man auch ohne Werbung ein absatzstarkes Bier brauen kann. 
 
3. Flaschenindividualität
Immer mehr Brauereien meinen, wenn sie gewachsen sind, dass dann deren Name auf die Flasche geprägt und an der Form gebastelt werden muss. Für mich ist das großer Blödsinn. Diese Flaschen müssen extra sortiert werden, was sicher nicht gratis ist, und die Transportkosten sind auch entsprechend hoch. Denn wenn das Bier nur an einem Ort in Deutschland  in die geprägten Flaschen abgefüllt wird, müssen diese auch wieder an diesen einen Abfüllort zurück. Dank der gut sortierten Getränkemärkten kann man auch in Bayern ein Bier aus Schleswig-Holstein kaufen. Ferner kommt noch hinzu, dass das Design der Flasche ja auch bezahlt werden muss. Über die Individualität der Bierflaschen rege ich mich mittlerweile so auf, dass ich überlege, ob es Sinn macht eine Petition beim Bundestag einzureichen. Ich versuche beim Bierkauf darauf zu achten keine geprägten Bierflaschen zu kaufen. 
 
Wenn die großen Brauereien über Preiserhöhungen nachdenken, denke ich mir, dass nun der Moment gekommen ist, um den kleineren Brauereien eine Chance zu geben. Und trinkt lokal, unterstützt den regionalen Markt vor der Haustür. 
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1 Comment

  1. Entweder das ganz billige (30 cent) oder das ganz teuere Bier (10 Eur pro Flasche). In der Mitte wird es wohl in Zukunft nichts mehr geben. Bald können wir einfachen Leute uns nur noch den billigen Vodka leisten. Das einsite Volksgetränk wird zunehmend zu einem Spaß für Gutbetuchte.

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