Mein irisches Tagebuch – Tag 3

 Nun, ich kenne jetzt den Unterschied zwischen dicken und dünnen Sprungfedern. Die dicken sind schmerzhaft, wenn man sich dreht. Die dünnen hingegen schmerzen nicht so sehr, aber sie klingeln bei jeder Bewegung. Ausgeruht ist anders. Das Bad war abenteuerlich. Das Wasser zum Zähneputzen hätte ich am liebsten abgekocht, so sehr hat es nach Chlor gerochen. Unter der Dusche, hier war es eine handelsübliche Kabine, fehlte ein Knopf, um die Tür der Kabine zu öffnen. MacGyver hätte sich bestimmt etwas gebastelt, ich wurde aber leicht unruhig. Irgendwann ging die Tür dann doch mal auf. 

Wenn ich dann auf der Brille saß, durfte ich mich nicht hektisch bewegen, wenn ich zum Beispiel zum Papier greifen wollte. Die Toilettenschüssel war nicht richtig mit dem Boden verankert. Es war ein Balanceakt. 

Ein Blick in den Frühstückstaum hat mir die Entscheidung abgenommen, wo ich frühstücke. Es gab nur Toast und Marmelade. Und den Altersdurchschnitt hätte ich auch empfindlich angehoben. Vielleicht sollte ich bei meiner nächsten Tour doch etwas mehr Geld für die Unterkünfte investieren. Für heute habe ich mich entschieden auswärts zu frühstücken. 

Heute fahre ich nicht mit dem Zug, ich bleibe eine weitere Nacht in Cork. Nach meinem auswärtigen Frühstück bin ich in der Innenstadt geblieben und habe mir die Stadt angesehen. Es ist unglaublich, wie viele Geschäfte ich für E-Zigaretten gesehen habe. Entweder sind diese Geschäfte lohnenswert oder es gibt dafür öffentliche Fördergelder. Wie ist das denn? Wo man bei der herkömmlichen Zigarette um Feuer bat, fragt man da nach einer Batterie, wenn man nicht dampfen kann?

Cork hat in seiner Innenstadt einen alten Häuserbestand und einige Straßen sind für den Autoverkehr gesperrt. Wenn man sich in der Fußgängerzone befindet, dann konnte man der Hektik entfliehen, die sonst in Cork vorhanden ist. Zwischen den Geschäften findet man kleine Cafés, entweder von großen Ketten oder von Einzelkämpfern. Pubs sieht man nicht so viele. 

Irgendwann habe ich dann doch Pubs gesehen, gewaltig viele, und habe einen aufgesucht. Wenn ich schon Cork besuche, dann sollte ich auch die Stout-Klassiker von Murphy und Beamish trinken. Beide erzeugen keine Geschmacksorgasmen, aber zeigen die traurige Wirklichkeit der wirtschaftlichen Globalisierung. Murphy’s wird noch in Cork gebraut, gehört aber zu Heineken. Beamish selbst wurde erst an Carlsberg verkauft und dann an Heineken. Das führte dazu, dass die Brauerei 2009 geschlossen worden ist und nun auch von der Brauerei produziert wird, die bereits Murphy’s braut. 

   

Bei meiner abendlichen Tour bin ich wieder zum Franciscan Well gegangen. Zum einen wollte ich wieder das Chieftian IPA trinken, aber auch die Pizza von gestern hat es mir angetan. Heute ist es etwas kühler, da bin ich froh, dass die Heizstrahler eingeschaltet worden sind. Es gibt nun die eine Fraktion, die sich Sorgen um mich macht, da mir sonst nie kalt ist. Legendär ist das Bild, ich sitze im Winter neben meiner Frau auf der Couch, sie bekleidet mit Decke und Fleecejacke und ich daneben in Shirt und Shorts. Und die andere Fraktion fragt sich, warum ich aus ökologischen Gründen diesen Pub nicht boykottiere. Es geht doch nur die irische Welt kaputt. 

 Bei meinem heutigen Spaziergang durch Cork ist mir die Brauerei Rising Sons aufgefallen. Dort wollte ich heute hin und bin dort gelandet. Ein recht moderner Bau. Ist sehr auf eine Sportsbar aus. Neben bekannten Bieren gibt es hier auch selbstgebrautes. Als erstes entschied ich mich für ein Handsum entschieden. Das ist kein IPA, das ist mehr. Das ist ein Hopfensturm auf meine Geschmacksknospen. Das ist herb. Wer bei einem herben Bier an ein Jever denkt, der vergleicht Bier mit Cola. Meine Fresse, das ist geil. 

Aber ich schließe für heute, da ich in der falschen Reihenfolge bestellt habe. Ich habe mir ein American Amber Ale vom Tresen geholt, aber das Handsum ist noch gegenwärtig und ich konnte keinen Eigengeschmack erkennen. 

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