Mein irisches Tagebuch – Tag 4

Noch einmal durfte ich das einzigartige Wellnessangebot des Hostels genießen. Sagen wir es mal so, ich kann mir nicht vorstellen, es zu vermissen. Ich habe mich aber entschlossen meinen Rucksack neu zu packen und das wurde eine Herausforderung. Der ist bis oben voll. Eigentlich wollte ich in Dublin noch einen Sixpack Smithwicks kaufen und nach Wuppertal mitnehmen, aber das könnte abenteuerlich werden. 

  Auf das Frühstück habe ich auch heute erneut im Hostel verzichtet und mich direkt auf dem Weg zum Bahnhof gemacht. Dort habe ich einen erstklassigen Kaffee und ein zweitklassiges Sandwich bekommen. In der Bahnhofshalle saß ich weit über eine Stunde und ich habe es sehr genossen. Wenn mein Zug nicht gekommen wäre, ich hätte es noch länger ausgehalten. Die Bahnhofshalle in Stockholm ist mehrfach größer, aber strahlt eine ähnliche Ruhe aus. 

Auf dem Weg nach Limerick musste ich an meine Schulzeit denken, denn im Englischunterricht haben wir einen Limerick (besondere Versform) durchgenommen:

There was a young lady of Riga,

Who smiled when she rode on a tiger.

They came back from the ride

With the lady inside,

And the smile on the face of the tiger

Schon damals habe ich mich gefragt, warum ausgerechnet Riga? Ich habe eine uns bekannte Suchmaschine betätigt und sah, dass in der Urform gar nicht Riga genannt war. Niger war es, aber da man auch hier politisch korrekt sein wollte, hat man diesen Limerick umgedichtet. Es ist natürlich ein Unterschied, ob eine starkpigmentierte Afrikanerin oder eine unterpigmentierte Osteuropäerin vom Tiger gefressen wird. 

Bei der Planung der Fahrt ist mir neben dem Bahnhof lim der Bahnhof Limerick-Junction aufgefallen, der immerhin 35 Minuten Fahrzeit von Limerick entfernt ist. So richtig nachvollziehen konnte ich das nicht, aber vor Ort ist es mir aufgegangen. Auf der Fahrt von Cork nach Limerick durfte ich dort umsteigen und um diesen Bahnhof herum ist nichts. Aber gar nichts. So kam mir die Idee, dass sich dort diverse Fernverkehrszüge kreuzen und von dort Zubringerzüge nach Limerick eingesetzt werden. Ich habe keine Ahnung, ob diese Theorie stimmt, aber mir gefällt sie. 

Bekannt war mir bis jetzt immer, dass die Schulen unterschiedliche Schuluniformen haben. Aber den Unterschied zwischen Cork und Limerick fand ich, um es mal neutral auszudrücken, groß. Mit ist es auch nur bei den älteren Schülerinnen aufgefallen. In Cork hatten die Schülerinnen Hosen an, die sehr zu ihrem Vorteil geschnitten sind. Natürlich objektiv gesehen. Es hatte schon etwas verruchtes. In Limerick wähnte ich mich in einer anderen Welt. Röcke bis zum Boden. Ich dachte, ich bin hier bei den Amish gelandet. Da fand ich meinen Kaffee nun doch interessanter. 

   

  

 Abends habe ich mich auf eine Empfehlung vom Trip Advisor verlassen. Glen Tavern ist ein Pub in der Nähe von meinem Hotel. Dort werden auch lokale Biere angeboten und ich habe mir direkt ein White Gypsy Ruby Red bestellt. Ein sehr mildes, cremiges Ale. Kurz darauf kam mein Essen und das Ale war zu Fish ’n‘ Chips der ideale Begleiter. Anschließend hat mir der Wirt das Harris Pale Ale von der Treaty City Brewing Company empfohlen. Ich liebe es, wenn der Wirt weiß, warum ich das trinken sollte, denn es passt gut zum Fisch, den ich vorher hatte. Voller Hopfen, Citrus schmieg sich an und zum Abgang hin meldet sich die Süße des Malzes zu Wort. Später hatte ich ein Dublin Porter und paar Smithwicks. Dabei schaute ich mir das Länderspiel Schottland – Katar an. Sehr schöner Pub, hier fühle ich mich wohl. 

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