Mein irisches Tagebuch – Tag 5

Statt von gestern auf heute zu schlafen, bin ich erst heute früh ins Bett gekommen. Ich war ja gestern in dem Pub Glen Tavern in Limerick und habe lange gefeiert. Eine Coverband spielte richtig gut und besonders bei Stücken von U2 kochte der Laden über. Viel gesungen und noch mehr getrunken habe ich. In ganz Irland dürfte es kein Smithwicks mehr geben. Ein lustiges Volk, ich bin sofort von einer Gruppe aufgenommen worden um mit denen mitzufeiern. 

Mein Hotelzimmer war aber toll. Das Bett selber war sehr angenehm. Auf dieser Matratze hätte ich es noch weitere Stunden aushalten können. Jedoch fuhr mein Zug nach Galway bereits um 20 nach 9 und ich wollte vorher noch im Hotel frühstücken. Da hat das Hotel dann aber Abzüge bekommen. Das Frühstück selbst war gut, nur die Beschäftigte müsste noch einige Seminare zum Thema Dienstleistungsbereitschaft besuchen. Ihr Verhalten kenne ich nur aus schlechten Komödien. Beschäftigt sich mit ihrem Smartphone, Gäste rufen nach ihr, sie schaute kurz auf und und macht am Telefon weiter. Herrlich. Statt den bestellten Tee habe ich Kaffee bekommen, der war aber so dünn, dass ich mich nicht traute ihn zu reklamieren. Nicht, dass es doch Tee gewesen ist. Und wer weiß, wie die Servicekraft reagiert hätte. 

  Die Zugfahrt von Limerick nach Galway war auch nicht so prickelnd. Bei mir im Zug saß eine Horde trinkender Iren, die auf dem Weg zu einem Junggesellenabschied waren. Es ist unglaublich, in welcher Geschwindigkeit immer wieder neue Bierdosen geöffnet worden sind. Dabei haben aber die Männer nicht positiv über die künftige Braut gesprochen, aber aus Gründen meiner guten Erziehung wenn ich keine Details verraten. Es hörte sich aber wie ein Wanderpokal an. In Galway angekommen habe ich realisiert, dass es zum Hotel ganze 3 km Fußweg sind. Prompt fing es natürlich an zu regnen. Stark zu regnen. Ich habe mir ein Taxi gegönnt, der Fahrer hat die Taxiuhr erst zur Hälfte des Weges eingeschaltet und dann den Preis noch abgerundet. Das Trinkgeld aber wollte er dann nicht annehmen.

  Am Nachmittag bin ich raus zum Strand. Da habe ich noch gemerkt, wie sehr mir der letzte Abend in den Knochen hing. Nach einem guten Kaffee habe ich die Oslo-Bar gesehen. Eigentlich wollte ich erst am Abend hier hin, aber vor dem Pub stehen Sitzmöglichkeiten mit Blick aufs Meer. Da konnte ich nicht widerstehen, denn seit der Jever-Werbung wissen wir, wie gut Bier und Meer zusammenpassen. Und außerdem sitzt man eh zu selten am Meer. Die Oslo-Bar bezeichnet sich als „The Home of the famous Galway Bay Brewery„. So war die Brauerei schon ausgemacht.  Ich habe mich für ein Of Foam and Fury entschieden. Es ist ein IPA und da es nur in 0,33er Gläser zum vollen Preis ausgeschenkt wird, ist es schon eine Aussage zum Alkoholgehalt (8,5 %). Übel ist, dass der Alkohol im Geschmack nicht vorkommt. Aber sonst schmeckt und sieht es aus wie ein ordentliches IPA. 

  Nach einem weiteren Spaziergang am Meer bin ich doch wohin der Oslo-Bar gelandet. Zu meinem Essen bestellte ich mir ein Stout. Sie haben zwei und ich nahm Buried at Sea. Leider die falsche Wahl, denn dieses Stout ist süß. Das gefällt mir nicht. Das zweite Stout ist eigentlich ein Porter, das Stormy Port. Das ist weitaus herber und wunderbar kommen die Aromen von Espresso und dunkler Schokolade durch. Aber so richtig packt es mich nicht. Ich möchte etwas richtig herbes haben. Und genau das habe ich mit dem Full Sail IPA bekommen. Herb und viel Frucht. Ein schöner Abschluss für den Tag. 

In der Oslo-Bar ist mir aufgefallen, wie schlecht meine Aussprache ist. Ich wollte zahlen und ich bekam den Betrag auf Deutsch genannt. Ich trinke mein Bier aus, genieße den Fußweg am Meer entlang und freue mich auf das Bett. 

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