Mein irisches Tagebuch – Tag 6

Heute habe ich für meine Verhältnisse recht lange geschlafen, was grundsätzlich in Ordnung ist. Nur das Wetter war heute früh in Galway sehr schön und ich hätte gerne einen weiteren Spaziergang am Strand gemacht. Gerne hätte ich auch mein Gespräch mit dem Meer fortgeführt. Vielleicht war das Meer auch gestern froh, dass ich mal gegangen bin. Habe ich ihm wohl ausreichend die Wellen vollgequatscht.

In dem Anno Santo Hotel habe ich richtig gut gewohnt. Das Zimmer war groß, das Bett bequem, alles toll. Ok, ich habe mich im Badezimmer über den Hinweis gewundert, dass davon abgeraten wird das Leitungswasser zu trinken. Selbst von dem Frühstück war ich angetan.

Für die Strecke zum Bahnhof habe ich mir ein Taxi rufen lassen. Ich hatte ein amüsantes Gespräch mit dem Taxifahrer. Aber das ist wieder typisch für mich. Kurz vor der Abreise werde ich in der Sprache sicherer. Das hätte ruhig eher passieren dürfen, dann wäre mir die eine oder andere Situation erspart geblieben. Ach ja, auch hier hat der Taxifahrer den Fahrpreis abgerundet.
Meine Zugfahrt nach Dublin war sehr entspannt und es hat sich ausgezahlt, dass ich einen reservierten Platz hatte. Es ist richtig voll geworden. Gefreut habe ich mich auf den Halt in Tullamore. Dort habe ich im Jahr 2001 mit sechs anderen Menschen ein Hausboot bestiegen und schipperten dann zwei Wochen über die Insel. Eine unvergessliche Zeit, auch die 96 Schleusen haben in meinen Erinnerungen ihren festen Bestandteil.

 

In Dublin habe ich ein Hotel etwas außerhalb. Mir waren im Stadtzentrum die Hotels definitiv zu teuer und so nächtige ich in Tallaght. Um nach Dublin rein zu fahren, brauchte ich mit der Straßenbahn eine halbe Stunde. Aber wenn ich an die Hotelpreise denke, ist es zu verschmerzen. Ins Hotel habe ich meinen Rucksack gebracht und bin wieder zurück in die Innenstadt. Voll war es. Nicht nur Touristen, auch eine mir unbekannte Sportart wurde in den Pubs übertragen. Irland gegen England hat gespielt, die Spieler hatten Stöcke in der Hand und einen Kopfschutz auf. Sah interessant aus, verstanden habe ich nichts. Ich glaube, das nennt sich Hurling. Ich bin in die Sweetman Craft Brewery und habe mir ein Pale Ale bestellt. Das kam mir sofort bekannt vor, das habe ich im Februar schon getrunken. Es ist nicht besonders herb, aber unheimlich fruchtig. Das Bier macht Spaß. Anschließend bin ich auf das Red Ale gewechselt, dachte mir, dass es vom Geschmack dünner ist. Nö, da hat sich der Braumeister gedacht, wenn mal der Lothar kommt, dann zeige ich es ihm. Für ein Red Ale ungewöhnlich würzig. Hopfen ist vorhanden und begleitet mich lange. Für mich die Überraschung des Tages.

Vor dem Pub hielt ein Reisebus mit asiatischen Touristen. Die sahen durch die großen Fenster viele Bier trinkende Menschen und alle (!) zückten ihre Kameras. Kurios, was in anderen Kulturen als Attraktion gilt.

 Nach einem kurzen Spaziergang durch die überfüllten Straßen bin ich in die Trinity-Bar eingekehrt. Hier gibt es keine neuen Biere zu testen, aber im Februar war ich von den Chicken Wings angetan. Sehr scharf mit einem Blauschimmelkäsedip. Die habe ich mir als Vorspeise bestellt, aber diesmal waren sie laff. Als Hauptgang hatte ich Arthurs homemade Steak with Guinness-Pie und das war klasse. Zum Essen trank ich ein Franciscan Well Chieftian IPA und später ein Smithwicks Pale Ale. Das Pale Ale von Smithwicks ist recht dünn. Da ich das Irish Ale von denen mag, waren meine Hoffnungen groß. Mich erinnerte es leicht an den missratenen Versuch von Beck’s ins Craftbeer-Geschäft einzusteigen.

Wo ich da so saß und mein Bier trank, wurde ich aufgefordert mich an einen anderen Tisch zu setzen, da meine Ecke für die Kapelle vorgesehen war, die später Livemusik machen sollte. Da die vorgeschlagene Alternative keine Alternative war, habe ich gezahlt und habe mich in die nächste Straßenbahn gesetzt. Mir war es in Dublin einfach zu voll. Viele Menschen, auffallend hohe Polizeipräsenz und an jedem Eingang, egal ob Pub, Restaurant oder Geschäft, war mindestens ein Sicherheitsmann. Ich fahre zum Hotel und trinke dort an der Bar mein letztes Smithwicks. Schade, morgen geht’s wieder zurück.

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