Brauhaus Thombansen Lippstadt

Wenn man knapp über 40 Jahre alt ist, kennt eigentlich jeder die Situation: Verwandtschaft trifft man nur noch auf Beerdigungen. Bei der letzten Beerdigung im Januar 2017 in Soest waren Anne, Peter und ich dann doch der festen Überzeugung, wir sollten uns außerhalb eines Friedhofs treffen. So haben meine Frau und ich meine Cousine und ihren Mann in Lippstadt besucht und Peter hatte große Freude mir das Lippstädter Brauhaus zu zeigen. Da zog ich gerne mit und wir wanderten zum Brauhaus Thombansen. Bei einem Brauhaus stelle ich mir gerne einen dunklen Raum, viel Holz in Richtung Eiche Radikal, aber nicht hier. Viel Tageslicht (wenn man tagsüber zu Gast ist), moderne Einrichtung, mir hat es gut gefallen. Die Servicekraft (sehr nett, schlagfertig und die Qualitäten eines Entertainers) hat mitbekommen, dass ich gerne die komplette Bierkarte durchtesten möchte und er hat mir kleine Gläser angeboten. Wir wurden Freunde.

IMG_1251Angefangen habe ich mit den "Standardbieren": Lippstädter Dunkel, Lippstädter Pils, Lippstädter Weizen. Das Pils war toll, das gefiel mir außerordentlich gut und wenn ich öfter in Lippstadt wäre, hätte ich mit dem Pils einen ganzen Abend über eine innige Beziehung. Aber dann stellte mir die Servicekraft, der Thorsten Sträter aus Lippstadt, die Craftbeersorten vor. Mein Herz schlug höher. Und zwar zu recht. Pumpkin Ale, Hopfenanarchie, Tiefenrausch, Herr Käthe und Thom-Ka-Gai. Hopfenanarchie ist Hopfenporno! So einen brutalen Hopfengeschmack habe ich selten erlebt. Es war ein Traum. Leider hatten sie das an dem Tag nicht in Flaschen abgefüllt, da konnte ich nur die Sorten Tiefenrausch, Herr Käthe und Thom-Ka-Gai mitnehmen und habe sie mir an einem lauen Sommerabend gegönnt.

Ich frage mich ja, warum man von Thombansen so wenig mitbekommt, denn was die Strategen aus Lippstadt machen ist tolle Braukunst. Respekt!!

fullsizeoutput_118b8.jpegZu Herrn Käthe muss ich etwas mehr schreiben. Das Lippstädter Bier zum Reformationsjubiläum 2017. Es ist unglaublich zu sehen, wie man mit Martin Luther versucht Geld zu verdienen. Aber Thombansen hat einen tollen Spagat hinbekommen. Ein leicht rauchiges, gut trinkbares Bier. Aber warum Herr Käthe? Martin Luther war mit Katharina von Bora verheiratet und wenn sie ihn, ich sag mal (jeder verheiratete Mann versteht mich), nervte, hat er sie Herr Käthe genannt. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wollte der Brauer auch das Bier nennen "Martin Luther seiner Frau ihr Bier", aber da hatte seine Herr Käthe etwas dagegen. Zwei Dinge möchte ich noch zu "Herrn Käthe" erwähnen: 1. das Bild auf dem Etikett wurde von einer Schülerin des evangelischen Gymnasiums Lippstadt kreiert und 2. das Brauhaus ist in der Nähe vom Geburtshaus von Martin Niemöller, der sehr wichtig für die Barmer Theologische Erklärung gewesen ist.

Bevor ich es vergesse: Im Brauhaus kann man auch sehr gut essen!

Advertisements

1 Comment

  1. Danke für den schönen Bericht, es hat uns sehr gefreut und berührt,
    Marie Luise und Edgar Thombansen, Eltern von Daniel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s